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Falsche Weichenstellung in Berlin und Wiesbaden:
drastische Kürzungen bei Bussen und Bahnen im RMV!
23.06.2006. Es war nicht nur eine Wahlkampfaktion von Bündnis 90 / Die
Grünen, als im März u.a. an Schönecker Bahnhöfen Protestpostkarten an
Ministerpräsident Koch und Bundesverkehrsminister Tiefensee verteilt wurden.
Mit den Postkarten wurden die Herren aufgefordert, der geplanten Kürzung der
Regionalisierungsmittel, die der Bund den Ländern zur Finanzierung des
öffentlichen Personennahverkehrs bereitstellt, nicht zuzustimmen. Auch über
die Kommunalwahl hinaus wurde die Aktion online im Internet fortgeführt.
Im Juni hat nun mit dem Bundesrat das letzte Gremium im Windschatten der
Mehrwertsteuererhöhung über die Vorlage abgestimmt. Unser Protest hat
Wirkung gezeigt: anstatt um 2,3 Mrd. Euro werden die Regionalisierungsmittel
nur um 1,8 Mrd. Euro gekürzt. Allen, die sich an der Aktion beteiligt haben, gilt
dafür unser herzlicher Dank!
Dennoch ist die Kürzung ein großer Schritt in die falsche Richtung. Wer es
ernst meint mit Klimaschutz in Deutschland, wer es ernst meint mit einem
"staufreien Hessen", der muss den öffentlichen Personennahverkehr stärken
und darf ihn nicht schwächen. Werden Züge gestrichen und die Fahrpreise
erhöht, dann werden Fahrgäste auf das Auto umsteigen anstatt umgekehrt.
Der RMV hat für eine Aufsichtsratsitzung am 12.07. eine Streichliste von 550
Zügen vorbereitet und kalkuliert mit Fahrpreiserhöhungen in Höhe von 4,8
Prozent in 2006 und jeweils 4 Prozent in 2007 und 2008. Diese Vorlage des
RMV basiert auf der Annahme eines weit günstigeren Kompromisses als er in
Berlin jetzt getroffen wurde. Die Streichliste decke "noch nicht einmal die Hälfte
dessen, was wir jetzt einsparen müssen", so RMV- Geschäftsführer Volker
Sparmann.
Noch ist das Stockheimer Lieschen in der Streichliste nicht enthalten. Aber die
angekündigte Verschiebung des Ausbaus auf das Jahr 2007 mag eine
Vorstellung davon geben, wie sich die Sache weiterentwickeln wird. Und: was
nutzt der Ausbau, wenn anschließend kein Geld vorhanden ist, um die Züge zu
bestellen?
In Berlin wurden die Weichen leider falsch gestellt. Jetzt ist Wiesbaden
gefordert, z.B. mit den Mehreinnahmen aus der Mehrwertsteuererhöhung in die
Bresche zu springen und die Finanzierungslücke zu füllen.
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