Klimaschutz: Global denken, lokal handeln
Schöneck hat sich unter grüner Mitverantwortung in den vergangenen fünf Jahren energiepolitisch sichtbar weiterentwickelt. Als Solarkreismeister des Main-Kinzig-Kreises und vor allem mit den im Jahr 2010 in Betrieb genommenen sieben Windkraftanlagen wird auf der Gemarkung Schöneck klimaneutral bereits fast die gleiche Menge Strom erzeugt wie verbraucht. Die neue Dreifeld- Sporthalle wird im Passiv-Standard errichtet. Schöneck unterstützt das Projekt 100 Kommunen für den Klimaschutz der hessischen Landesregierung und hat dazu ein lokales Klimabündnis initiiert. Wir wollen den eingeschlagenen Weg noch konsequenter weitergehen und bis 2020 klimaneutrale Kommune werden.
Dazu wollen wir Maßnahmen zum Schutz des Klimas systematisieren, indem wir kompetente Partner nach Schöneck holen. Dies kann durch Kooperationen mit Hochschulen geschehen (z.B. durch Teilnahme am Projekt 100%-Erneuerbare-Energie- Regionen) oder über spezialisierte Beratungsbüros. Durch ein  in Auftrag zu gebendes kommunales Klimaschutzkonzept sollen konkrete Schritte ermittelt werden, die sich ökonomisch und ökologisch für alle Beteiligten rechnen. Den daraus entstehenden Maßnahmenplan wollen wir realisieren. Das heißt, die effizientesten Maßnahmen - also solche, die bei geringsten Kosten den größten Klimanutzen versprechen – werden wir zügig umsetzen.
Dazu gehören:
    • die Aktivierung der Bürger für das lokale Klimabündnis,
    • öffentlichkeitswirksame Maßnahmen, wie die Bewerbung um den European Energy Award oder den Umstieg auf einen CO2 freien Briefversand mittels „GoGreen“,
    • die Reduzierung des End-Energiebedarfs aller kommunalen Gebäude um ca. 30 %,
    • die Ausweitung der Energieberatung für die Bürger von Schöneck und deren Kopplung mit einem Netzwerk von Handwerkern und Installateuren,
    • die Einrichtung eines runden Tischs („Energietisch“) für Unternehmen aus Schöneck zur Reduzierung ihres Energieverbrauchs in Bezug auf Gebäude und Produktionsprozesse,
    • die energetische Nutzung von Klärgas oder Klärschlamm in unserer Kläranlage,
    • die Erzeugung von Energie aus nachwachsenden Rohstoffen auf Schönecks Feldern, wenn dabei die Belange von Natur- und Überschwemmungsschutz berücksichtigt werden,
    • Mindeststandards zu Energieeffizienz in Sanierungssatzungen und Bebauungsplänen,
    • die effektive Verwendung der für das kommunale Energieforum bereitgestellten Mittel.
Den Klimaschutzgedanken wollen und müssen wir noch mehr im Alltagshandeln der Gemeinde verankern. Das heißt, bei allen täglichen Entscheidungen muss die Frage beachtet werden, welche Auswirkungen sie auf das Klima haben. Auch für die Bürger wollen wir Anreize setzen, den Klimaschutz im Alltagshandeln zu berücksichtigen, z.B. über das kommunale Energieforum.
Negative Auswirkungen des Klimawandels scheinen auch in Schöneck bereits spürbar zu sein. Hier sind vor allem die vermehrten Starkregenereignisse zu nennen, durch die es immer häufiger zu Überschwemmungen im Gemeindegebiet kommt - mit Schäden für Bürger und Gemeinde. Deren Beseitigung verursacht immer höhere Kosten, sei es durch Einsätze von Feuerwehr oder Bauhof, durch notwendige Reparaturen der Kläranlage, durch Sanierung von unterspülten Straßen oder Brücken oder auch durch Schadenersatzforderungen.
Bündnis 90 / Die Grünen wollen daher auch die vorbeugenden Maßnahmen gegen die Auswirkungen des Klimawandels verstärken. Diese sind meist kostenneutral – auf jeden Fall aber günstiger als die nachträgliche Behebung der Schäden. Hierzu muss in erster Linie die Versickerung des Starkregens am Ort des Niederschlags ermöglicht werden. Die neuen Flächenversiegelungen sind auf ein Minimum zu reduzieren und dort wo möglich zu verringern. Auch die landwirtschaftlichen Flächen müssen durch Ackerrandstreifen und - hecken, Grünland und Streuobstwiesen eine bessere Versickerung zulassen. Bündnis 90 / Die Grünen wollen die entsprechenden Satzungen der Gemeinde Schöneck dahingehend überarbeiten.