Kilianstädten: Für ein faires Verkehrskonzept
Der Wandel der Zeit geht auch an dem größten Schönecker Ortsteil nicht spurlos vorüber. Wo vor vielen Jahren noch eine funktionierende Infrastruktur im kulturellen und lebensalltäglichen Bereich vorhanden war (ein Kino, eine Disko, ein Bistro, ein Einkaufsladen im Ortskern, drei Metzgereien und weitere kleinere Läden) herrscht heute mehr oder weniger die Ruhe der „Schlafstadt“. Sinnbildlich dafür ist auch der Ausfall des Kilianstädter Straßenfestes, welches einst ein über die Grenzen der Gemeinde hinaus bekanntes „Event“ darstellte. Immer größere Schwierigkeiten haben auch die Vereine, freiwillige HelferInnen aus ihren eigenen Reihen zu finden, die aktiv an der Gestaltung des Vereinslebens teilnehmen. Aber auch im Verkehrs-, Wohn- und Gewerbereich gibt es einiges, was in den kommenden fünf Jahren von 2011-2016 auf die Agenda kommen muss.
Hier gilt es in Zeiten der zunehmenden Individualisierung der Lebensbereiche, diesem Wandel gerecht zu werden und trotzdem Ideen zu entwickeln, diesen Ortsteil wieder erlebbar zu machen.
Wir als Bündnis 90 / Die Grünen werden dazu Ideen und Gestaltungsmöglichkeiten aufzeigen und laden alle Interessierten ein, daran aktiv mitzuarbeiten.
Die Gestaltungssatzung des alten Ortskerns ist in die Jahre gekommen, bisweilen nicht so eingehalten worden, wie es wünschenswert gewesen wäre und bedarf deshalb einer Überarbeitung bzw. Aktualisierung.
Das Gewerbegebiet Kilianstädten Nord konnte zwar schleppend, aber letztendlich doch fast vollständig veräußert werden. Es steht hier nun die Erweiterung und Erschließung seitlich des ehemaligen Bundeswehrstandortes an.
Die Entwicklung eines tragfähigen und akzeptierten Verkehrskonzeptes für den innerörtlichen Bereich steht ebenso weiter auf der Agenda wie der endgültige Ausbau und die Neugestaltung der Ortsdurchfahrt, so dass die Frankfurter Straße wieder zu einem „Erlebnispfad“ für alle Kilianstädter werden kann, in dem Gastronomie und „Kleingewerbe“ Überlebenschancen eingeräumt werden können.
Kilianstädten braucht nach wie vor ein jährliches Event, um Zusammenhalt und Gemeinschaftsgefühl zu entwickeln und zu festigen. Hier sollten Gewerbetreibende, Vereine, Parteien und alle Interessierten den Versuch starten, ein gemeinsames Konzept zum „KILIANSTÄDTER JAHRESFEST“ zu entwickeln, welches kulturelle, kulinarische und politische Vielfalt bietet.
Sollte sich, was gegenwärtig nicht absehbar ist, die Notwendigkeit der Ausweisung weiterer Baugebiete ergeben, sieht der Flächennutzungsplan Kilianstädten Süd vor, den auch wir dann unterstützen werden. Für das organische Wachstum haben die Schließung von Baulücken, die Vermarktung von Leerständen sowie kleinere Arrondierungen außerhalb bestehender Bebauungspläne jedoch Priorität.