Radtour der Schönecker Grünen zur Demo am 13.09.2008
Groß-Demonstration gegen Erweiterung des Kohlekraftwerks Staudinger
Bei durchwachsenem Wetter wagten sich am 13.09. vier Unentwegte aus Schöneck mit den Fahrrädern nach Großkrotzenburg, um dort mit ca. 2.000 weiteren Demonstranten gegen den geplanten Bau des Block 6 zu protestieren. Wird ein Kraftwerks-Projekt von der Dimension Staudinger realisiert, bei dem über den Zeitraum von 40 Jahren jährlich 5 Millionen Tonne CO2 zusätzlich emittiert werden, so werden die Schönecker Bemühungen um Klimaschutz und regenerative Energieerzeugung ad absurdum geführt. Daher hatten die Schönecker Grünen zur Teilnahme an der Demo aufgerufen. In Schöneck werden durch die rot-grüne Mehrheit seit 2006 mit der Nutzung von Sonne und Wind Alternativen zur zentralistischen, fossilen und atomaren Energiepolitik von gestern vorangetrieben.
Folgerichtig war der Tour-Start am Rathaus Kilianstädten, auf dessen Dach erst kürzlich eine Photovoltaik-Anlage installiert worden war. Diese verhalf der Gemeinde Schöneck immerhin zum inoffiziellen Titel eines Solar-Kreismeisters. Weiter ging es zum Galgenberg, dem Standort der geplanten Schönecker Windkraftanlagen. Von dort aus konnte man im Dunst bereits die qualmenden Kühltürme des Kraftwerks Staudinger erblicken. Über Mittelbuchen und Wilhelmsbad ging es schließlich weiter nach Klein-Auheim, wo sich die Schönecker einem der Protestzüge Richtung Kraftwerk Staudinger anschlossen.
Am Kundgebungsort trafen im Sternmarsch vier Protestzüge zusammen. Die Demonstration war von der Bürgerinitiative Stopp Staudinger organisiert worden, in der sich zahlreiche Aktivisten zusammengeschlossen haben. Überregional koordiniert wurde die Aktion von der Klima-Allianz, die gleichzeitig auch eine Demonstration im brandenburgischen Jänschwalde organisierte.
Zur Pressemitteilung der Klima-Allianz hier ...

Bilder von der Demonstration

graphic
Photovoltaik-Anlage auf dem Kilianstädter Rathaus am Startpunkt der Radtour: die Erzeugung Sonnenstrom muss weiter vorangetrieben werden. Die Sonne ist eine "heimische" Energiequelle und nahezu unbegrenzt verfügbar. Strom aus Sonne wird in wenigen Jahren preiswerter sein als Strom aus Kohle, ...
graphic
... die aus Südafrika zum Kraftwerk Staudinger herangeschippert wird.
graphic
Viel Geld gibt eon für die Verbreitung seiner "Wahrheiten" aus, auch unser Weg zum Kundgebungsort war mit solchen Plakaten gepflastert. Richtig ist, dass zwar der Wirkungsgrad der Anlagen gesteigert wird. Da aber deutlich mehr Strom produziert wird, werden jährlich 5 Millionen Tonnen CO2 mehr ausgestoßen. Es handelt sich nicht um den Ersatz von Alt-Anlagen, sondern um eine deutliche Ausweitung der Stromerzeugung aus Kohle.
graphic
Den Demonstrationsteilnehmern geht es nicht nach dem Sankt-Florians-Prinzip darum, nur das Kraftwerk vor der eigenen Haustür zu verhindern. Dies verdeutlichten die anwesenden Gäste von Initiativen aus anderen Orten, an denen ebenfalls Kohlekraftwerke geplant sind. Die Aktivisten sind sich darin einig, dass nirgends neue Kohlekraftwerke entstehen sollen.
graphic
Die Alternativen bestehen in einer verstärkten Nutzung regenerativer Energien. Dies stellten der hessische Landesvorsitzende der Grünen, Tarek al Wazir (Bild Mitte), sowie die Vertreter der SPD und der Linken im Gespräch heraus. Zumindest die hessische Energiewende könnten die drei Parteien zusammen schaffen. Übrigens: der Hanauer Stadtrat hat sich einstimmig (incl. CDU) gegen den Bau in Großkrotzenburg ausgesprochen. Herr Koch möchte Hessen zum Musterland der regenerativen Energien ausbauen, aber seine Schönecker Parteifreunde wehren sich mit allen Mitteln gegen die dort geplanten Windkraftanlagen. Sankt Florian lässt grüßen ...
graphic
graphic
Rote Karte für eon und alle Unterstützer einer fossil-atomaren Energiepolitik.