Bahn frei für volle Züge: Ideensammlung für den ÖPNV in Grüner Runde am 06.09.2006
In der monatlichen Grünen Runde stand am 06.09.2006 das Thema ÖPNV auf der Agenda. Ziel war es, in einem Brainstorming Ideen zu entwickeln, wie die Attraktivität des ÖPNV-Angebotes in Schöneck, v.a. des Stockheimer Lieschens verbessert werden kann. Dabei sollte in einem ersten Schritt nicht beurteilt werden, wie oder wo ihre Weiterentwicklung oder Umsetzung vorangetrieben werden kann. Heraus kamen eine Fülle von Ideen. Wir wollen die Ideen nun vertiefen und entscheiden, ob sie in Anträgen in der Gemeindevertretung, in Kommunikation mit der Bahn oder dem ÖPNV oder in Eigeninitiative umgesetzt werden können. Gerne nehmen wir auch weitere Anregungen entgegen und freuen uns über Mails an mail@Gruene-Schoeneck.de. Die Ergebnis- Map des Brainstormings finden Sie  hier, nachfolgend eine kurze Beschreibung der Ideen.
Zur Optimierung der Fahrzeit wurde vorgeschlagen, Büdesheim wieder zum Kreuzungsbahnhof auszubauen. Das zweite Gleis wurde hier vor Jahren rückgebaut, der Platz ist aber noch vorhanden. Damit könnte sich ggf. das häufige Warten auf den Gegenzug in Niederdorfelden erübrigen. Das gleiche Ziel verfolgt die Idee "Bahn frei für volle Züge": die Feierabendzüge mit Abfahrt um 17:15, 18:15 und 19:15 haben heute fahrplanmäßig ca. 5 Minuten Wartezeit in Niederdorfelden, um den Gegenzug Richtung Bad Vilbel passieren zu lassen. Damit müssen jeweils einige hundert Fahrgäste auf eine Handvoll Fahrgäste in der Gegenrichtung warten. Würde die Kreuzung dieses Zugpaares nach Heldenbergen verlegt, würden hunderte Fahrgäste täglich 5 Minuten einsparen, zu Lasten der wenigen Fahrgäste in der Gegenrichtung. Ein Preis der in Kauf zu nehmen wäre. Weiter wurde eine konsequente Taktung vorgeschlagen: die Züge sollten immer zu gleichen Minuten abfahren, um die Orientierung zu erleichtern. Heute variiert die Abfahrtszeit um einige Minuten. Am Beispiel Büdesheim: Abfahrt Richtung Frankfurt um 7:04, 7:38 und 8:06 Uhr.
Zur Verbesserung des Störungsmanagements wurden ebenfalls einige Anregungen gegeben. So waren sich die Teilnehmer zwar einig, dass Störungen nicht gänzlich zu vermeiden wären, dass sie aber beim Stockheimer Lieschen doch recht häufig auftreten. Dem entgegen wirken soll eine verbesserte Wartung der Züge: es besteht der Eindruck, dass die auf der Strecke eingesetzten Züge hier vernachlässigt werden. Tritt doch einmal eine Störung auf, so wünschen sich die Fahrgäste eine rechtzeitige Information. Zum einen über die wieder errichteten Bahnhofslautsprecher, über die heute oft kurz vor (oder nach) der planmäßigen Abfahrt des Zuges eine Durchsage erfolgt. Zum anderen wurde aber auch eine Einführung eines Störungsinformationsdienstes per SMS auf der Strecke befürwortet. In Frankfurt gibt es hierzu einen Pilotversuch. Vorteil: Pendler würden bereits zuhause von der Störung erfahren und könnten alternative Dispositionen treffen, ohne erst an den Bahnhof fahren zu müssen. Weiter sehen die Teilnehmer den RMV in der Pflicht, bei Streckenausfall rechtzeitig eine Alternative z.B. per Bus anzubieten.
Auch zur Vernetzung mit anderen Verkehrsmitteln gab es Anregungen. So wurde angeregt, Bushaltestellen in Büdesheim und Kilianstädten direkt an die Bahnhöfe zu verlegen. Heute sind Haltestellen jeweils einige hundert Meter entfernt. Fahrten mit dem Zug nach Hanau könnten ganz einfach und schnell sein, wenn die Züge in Heldenbergen aufeinander abgestimmt wären, was derzeit nicht der Fall ist. Fahrplanmäßig fährt einem der Anschlusszug in Heldenbergen direkt vor der Nase weg. Autofahrer sollten an der Hauptstraße in Büdesheim mit Hilfe von P+R-Schildern (Park and Rail) auf die Existenz des Bahnhofes und der reichlich verfügbaren Stellplätze hingewiesen werden. Auch wurde die Mitnahmemöglichkeit von Fahrrädern in Bussen angeregt.
Um den Reisekomfort zu verbessern, wurde angeregt, die Transportkapazität zu erhöhen, da in Stoßzeiten des öfteren alle Sitzplätze belegt seien. Weiter sollte die Funktionalität der Klimaanlagen sichergestellt werden, die - wenn verfügbar - im Sommer regelmäßig den Dienst quittierten.
Und schließlich wünschten sich die Teilnehmer verbesserte Dienstleistungen rund um den Bahnhof. Z.B. würde man sich einen Kiosk, einen Bäcker oder eine Reinigungsannahme wünschen. Man könnte sich auch vorstellen, die Wartezeiten am Bahnsteigen durch die Lektüre von Info-Kästen von Gemeinde, Vereinen oder Parteien zu überbrücken. Wo sonst hat man denn mehr Zeit und Muße dafür?